Willkommen beim Österreichischen Schriftstellerverband

Der Österreichische Schriftstellerverband wurde im Jahre 1945 in Wien gegründet und ist seither als kulturelle Organisation mit namhaften Vertretern aus Literatur, Wissenschaft und Journalismus - unter ihnen bisher fünfzehn Staatspreisträger für Literatur - aktiv. Details dazu sind in der "Chronik" nachzulesen.

Das Ziel des Verbandes ist es, eine Plattform für österreichische Autorinnen und Autoren zu sein. Diese soll den Mitgliedern sowohl innerhalb des Verbandes als auch durch internationale Kulturkontakte die Möglichkeit bieten, im Rahmen von Lesungen und diskursiven Begegnungen innere und äußere Grenzen in gegenseitiger Anregung zu überschreiten.

Dem freien Wort und möglichst anspruchsvoller Literatur verpflichtet, ebenso den Werten der Demokratie und der Menschenrechte, uneingeschränkt von ideologischen Vorgaben jeglicher Art, heißt der Verband auch Mitglieder anderer literarischer Organisationen willkommen, wie z.B. Mitglieder des P.E.N.- Clubs oder der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Das Gemeinsame über das Trennende zu stellen ist besonders in der jetzigen Zeit nötiger denn je und somit, im Selbstverständnis des Verbandes, eine friedensstiftende Aufgabe.

Pro Jahr finden als Hauptveranstaltungen neun Lesungen von Verbandsmitgliedern im Literaturhaus Wien statt. Zweimal jährlich erscheint die Zeitschrift: "Literarisches Österreich", in der, neben verschiedenen literarischen Beiträgen, die Neuerscheinungen der Mitglieder mit Rezensionen publiziert werden. Zudem bietet auch die Website des Österreichischen Schriftstellerverbandes eine Möglichkeit, die literarischen und anderen Aktivitäten der Mitglieder allgemein und durch Verlinkung mit der eigenen Website publik zu machen.

Näheres zu den Anthologien und Literaturwettbewerben der letzten Jahre ist unter Publikationen nachzulesen.

 

 

Aus gegebenem Anlass ein Statement zur Österreichischen Sprache

Durch bairische, alemannische und fränkische Siedler verbreitete sich schon im Frühmittelalter, also vor ca. 1200 Jahren die so genannte oberdeutsche Mundart im Raum des heutigen Österreich und darüber hinaus.


Die lange eigenständige Geschichte Österreichs, die Entwicklung eines eigenen Kulturraumes und die jahrhundertelange Wechselbeziehung mit nichtdeutschen Ethnien beeinflussten die Sprache der Österreicher.

Ihre Eigenart zeigt sich bis heute gelegentlich im Wortschatz, in der Aussprache, und  in grammatikalischen Besonderheiten, die auch in literarischen Werken erkennbar sind.
Eigenheiten der österreichischen Umgangssprache, die von der deutschen Standardsprache abweichen, werden – oft abwertend - als Austriazismen bezeichnet, obwohl sie eben aus einer gewachsenen, eigenständigen Entwicklung hervorgehen und gültig sind.

In deutschen Wörterbüchern gilt die österreichische Sprache als gleichberechtigte Sonderform. Es gibt seit 1951 als Grundlage für die allgemein gültige Rechtschreibung ein eigenes, regelmäßig aktualisiertes Österreichisches Wörterbuch. Veränderungen sind in einer lebenden Sprache durchaus üblich, dazu kommen noch die markanten Rechtschreibreformen der letzten Jahre.
 
Der Wunsch nach Klarstellung, die gegebenenfalls zu einer theoretischen - hier eben sprachlichen - Abgrenzung führt, ist grundsätzlich verständlich und legitim.
Wie sehr jemand aber damit anderen Menschen gegenüber abwertend umgeht, liegt nicht in der Sache an sich (hier in der erwähnten Sprache), sondern in der Intention des jeweiligen Akteurs.

Leider werden oft genug aus historischen oder gegenwärtigen, gesellschaftlich wirksamen Fakten von Einzelnen und auch verschiedenen politischen Gruppierungen Vorurteile konstruiert und verstärkt, die dann von scheinbar beiläufigen Ressentiments bis hin zu rassistischen und menschenverachtenden Verhaltensweisen führen.


Angesichts solcher Tatsachen und Vorgänge ist es auch die Aufgabe von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aufklärend und ausgleichend zu wirken, sowie durch ihr Werk zum Abbau von Fremdheit und der oft daraus folgenden Feindseligkeit beizutragen.


Dr. Sidonia Binder